Die Königshäuser 2016

 

Das Königshaus 2016:

Normalerweise soll das Schießen um die Würde des Schützenkönigs das Spannendste am Prunkmontag sein. Im letzten Jahr war die Spannung aber vor dem Schießen größer als währenddessen. Den ganzen Montagmittag über war der Vorstand der Bruderschaft auf der Suche nach Kandidaten für den Vogelschuss. Besonders in den Fokus geriet die Gruppe der Hafenburschen, die vor fünf Jahren mit Stefan Peters erstmals einen Schützenkönig stellte. Die Gruppe lud die Vorstandsvertreter schließlich zu ihrer launigen Selbsthilfegruppe „Wanloer Kirmes 2011, 2012, 2013, 2014 und folgende e.V.“ ein, bei der das Thema Schützenkönig angesprochen wurde. Die Selbsthilfegruppe erfüllte schließlich nach langen und witzigen Debatten ihren Sinn und befreite die Hafenburschen von ihrer Angst, das Amt des Schützenkönigs erneut anzustreben. Vor allem die Motivation vieler anderer Mitglieder und schließlich der Zuspruch der Ehefrauen waren hier entscheidend.

So erklärte sich Jochen Hermanns bereit, das Amt des Schützenkönigs für das kommende Jahr anzustreben und schoss den Vogel nach 62 Treffern von der Stange. „Wir machen schon seit so vielen Jahren aktiv mit, dass es einfach an der Zeit gewesen ist, dieses Amt auch einmal zu übernehmen“, sagt Jochen Hermanns über sein Amt als König, das er mit der Unterstützung seiner Minister Michael Bihn und Jürgen Hermanns antritt. „Michael Bihn ist einer meiner engsten und „längsten“ Freunde. Und damit meine ich nicht nur seine Körpergröße. Jürgen ist nicht nur mein „kleiner großer“ Bruder, sondern war auch viele Jahre lang mein Arbeitskollege. Mit beiden teile ich viele gemeinsame Erfahrungen beim Fußball oder bei den Hafenburschen“, betont Jochen Hermanns, der vor genau 30 Jahren bereits Jungkönig in Wanlo war. Und so wünscht sich Seine Majestät auch für das Schützenfest 2016, dass es „so wie in früheren Jahren ein Fest des gesamten Dorfes ist, an dem sich nicht nur fast ausschließlich die aktiven Schützen beteiligen.“ Damit das gelingt, setzt das diesjährige Königshaus vor allem auf die Unterstützung ihrer Familie, Ehefrauen, Nachbarn, Freunde und der Gruppe der Hafenburschen, die seit über 30 Jahren für viel Spaß und Geselligkeit beim Wanloer Schützenfest bekannt ist. Entsprechend groß ist die Vorfreude bei Jochen Hermanns, Michael Bihn und Jürgen Hermanns, die einem harmonischen Fest und vielen schönen Überraschungen entgegenblicken. Apropos Überraschung: Im Vorfeld der Prunk gab es vom Königshaus noch keine Details zur diesjährigen Residenz auf der Straße „Im Tal“. Und so können sich die Freunde der Bruderschaft Wanlo sicher sein: Wer so ein großes Geheimnis macht, plant wahrscheinlich etwas Spektakuläres. Oder eine Selbsthilfegruppe.

 

Das Jungkönigshaus 2016:

Bereits im Jahr 2014 zog Jeanette Katz als Jungkönigin der Bruderschaft Wanlo auf. Ihr Ziel damals wie heute: Insgesamt dreimal die Jungköniginnenwürde zu erlangen und somit als „Jungkaiserin“ aufzuziehen. In diesem Jahr repräsentiert die 21-Jährige also zum zweiten Mal die bruderschaftliche Jugend und freut sich mit ihren Ministerinnen Daniela Mühlenbroich und Christina Bex auf die kommenden Prunkfeierlichkeiten. Bei ihrem ersten royalen Auftritt in Wanlo konnte Jeanette Katz schon viele neue Kontakte knüpfen und auch bei Auswärtsterminen durch schicke Kleider und ein strahlendes Lächeln auf sich aufmerksam machen. Diese Termine, die den Blick über den Tellerrand hinaus ermöglichen, kennt sie auch schon aus der Karnevalszeit: Gemeinsam mit Daniela Mühlenbroich ist sie in der 1. Garde Mönchengladbach-Speick aktiv. Zudem teilen die beiden Mädels das Hobby Reiten und spielen gemeinsam mit Christina Bex in einem Musikverein. Als diese eingeschworene Gemeinschaft wollen sie auch in diesem Jahr auftreten. „Die Wanloer dürfen sich auf noch nie dagewesene Klompen, schöne Kleider und viel Spaß in der Festhalle bis tief in die Nacht freuen“, prophezeit die Jungkönigin. Der Spaß steht beim vierten weiblichen Jungkönigshaus in Folge also wieder im Vordergrund – vor allem der große Umzug am Prunksonntag und die witzig kreative Klompenparade stehen bei den drei Damen hoch im Kurs. Damit das alles klappt, setzen Jeanette Katz und ihre Ministerinnen vor allem auf schönes Wetter sowie die Mithilfe von Freunden und Verwandten: „Besonders unsere Mütter und ein paar Freunde aus der Garde unterstützen uns“, sagt die 21-Jährige. Wie passend, dass der Prunksonntag in diesem Jahr in ganz Deutschland auch anderen Namen hat: Muttertag.

 

Der Schülerprinz 2016:

Der Jungschützentag in Wanlo im November ist Jahr für Jahr ein kleines aber feines Event. Die Jungschützen treffen sich dort, tauschen sich über ihre Wünsche und Vorstellungen aus, tauschen nach einem Wachstumsschub ihre Uniformen und planen gemeinsam das nächste Jahr. Das Highlight ist dann seit 2012 der Schießwettbewerb zur Erringung der Schülerprinzenwürde mit dem Lichtgewehr. Die Kinder schießen mit Laserstrahlen auf fünf Biathlonscheiben in ein paar Metern Entfernung. Beim letzten Wettbewerb zeigte sich, dass die Jungschützen inzwischen schon einige Übung beim Schießen mit dem Lichtgewehr gewonnen haben. Ganze sechs Runden dauerte der Wettkampf der angetretenen 13 Kinder, die letzten beiden Runden wurden gar zum Zweikampf zwischen der achtjährigen Chiara Sudkamp-Nauschütz und dem elfjährigen Felix Sörgel, welchen dieser schließlich für sich entscheiden konnte. Er schaffte es, alle 30 Schüsse ins Ziel zu setzen, Chiara musste einen Fehlschuss hinnehmen.

Mit Felix Sörgel, der die Gesamtschule in Hardt besucht, steigt ein Ritter zum Prinz auf. 2015 unterstützte er als Ritter seine kleine Schwester und Schülerprinzessin Leonie (8), die er zum Dank ebenfalls als neuen Ritter an seine Seite holt. Ergänzt wird das Schülerprinzenhaus durch den elf Jahre alten Jan-Philipp Glatzel, der erst seit kurzem bei den Jungschützen aktiv ist. Die langen Umzüge in und außerhalb von Wanlo werden den drei begeisterten Jungschützen dabei wenig ausmachen: Alle verbindet die Leidenschaft zum Sport. Felix und Leonie Sörgel sind im Handball und Faustball aktiv, Jan-Philipp Glatzel hält sich mit Judo fit.