Personen im Hintergrund des Schützenfestes

 

Heinz Dahmen, Imbissbude „Onkel Heinz“

 

PS: Seit 20 Jahren stehen Sie mit Ihrer Imbissbude in Wanlo beim Schützenfest auf dem Festplatz. Was bestellen Ihre Kunden am liebsten?

HD: Wir haben ja insbesondere durch unseren Backfisch unsere Reputation erhalten. Es heißt überall, wir machen den besten Backfisch. Ich weiß gar nicht, warum das alle meinen. Wir haben eben generell eine besondere Grundeinstellung zu Lebensmitteln; Qualität und frische Zubereitung sind immer entscheidend. Bei uns kommt noch die Besonderheit hinzu, dass unsere Soße, in der der Backfisch liegt, auf einem Geheimrezept beruht. Das verrate ich auch nie im Leben. Ansonsten gehen die typischen Sachen wie Currywurst, Pommes, Mayo auch immer. Das ist überall der Renner.

 

PS: Sie stellen die Kontakte zu den Schaustellern her, die alljährlich nach Wanlo kommen. Wie muss man sich das vorstellen?

HD: Ich sehe die ganzen Schausteller ja das ganze Jahr. Wenn man sich dann so auf allen möglichen Festplätzen sieht und Kontakte knüpft, dann kommt man eben auch ins Geschäft. Wenn jemand zum Beispiel einen guten Platz auf dem von mir organisierten Weihnachtsmarkt in Heinsberg haben will, dann bekommt er den, wenn er auch zu anderen, kleineren Festen kommt, wo ich den Festplatz organisiere. Das sind eben häufig Kompensationsgeschäfte. Würde man einen Schausteller einfach so anrufen und sagen „Komm mal nach Wanlo! Wir brauchen ein Karussell.“, würde der bestimmt antworten „Was? Wanlo? Wo ist das denn?“ Aber über Absprachen und Kontakte geht alles.

 

PS: Was sind heutzutage die Herausforderungen für Schausteller?

HD: Ich stelle fest, dass es auf jeden Fall immer weniger werden. Der Beruf stirbt schon ein bisschen aus. Aber die Organisation wird auch immer schwieriger. Die Kinder stellen andere Ansprüche. Heute wollen alle Kinder einen Autoskooter, selbst 10-jährige Mädchen gehen jetzt zum Schießstand. Früher gab es das so nicht. Nur Imbissbuden laufen immer gut, weshalb sich viele Schausteller eine Imbissbude zusätzlich zulegen. Nicht alle können jedes, aber Schausteller können alles (lacht).

 

PS: Sie sehen die Bruderschaft eher von außen, haben aber Kontakte zu vielen anderen Vereinen in der Gegend. Was ist beispielhaft für die Wanloer Bruderschaft?

HD: Viele Vereine haben keine Ahnung von guter Jugendarbeit. Die jammern immer, dass sie nicht wissen, wo der Nachwuchs herkommen soll. Ich erzähle denen dann zum Beispiel vom Quietscheentchenwettrennen und sage, die sollen sich auch so was einfallen lassen.

 

PS: Sie sind im letzten Jahr 75 Jahre alt geworden. Wie lange wollen Sie noch im Imbisswagen stehen?

HD: Also, ich will das so lange machen, wie es mir noch Spaß macht. Selbst als wir uns letztes Jahr vorgenommen haben, an Karneval weniger zu arbeiten, ist es uns dieses Jahr dennoch nicht gelungen. Es ist ja auch immer noch viel Motivation dabei, wenn man immer das ganze Lob bekommt. Und solange ich mich im Kreise vieler Vereine, für die ich meine Arbeit als Ehrensache mache, wohl fühle und integriert fühle, habe ich nicht das Gefühl schon 75 zu sein. Solange wie die Gesundheit es zulässt, müsste es eigentlich gehen. Aber ich will auch nicht tot in der Frittenbude umfallen. Viele frotzeln immer, dass für meine Beerdigung ein so großes Loch gegraben werden müsste, dass die Frittenbude mit reinpasst.

 

Heiner Heinen, „Blumen Heinen“

 

PS: Welche Aufgaben übernimmt „Blumen Heinen“ speziell für das Schützenfest in Wanlo?

HH: Da ist zunächst einmal die ganze Tischdekoration in der Halle zu nennen, die von uns kommt. Außerdem machen wir den Kranz, der sonntags beim Ehrenmal niedergelegt wird und bepflanzen auch das Bruderschaftskreuz auf der Hochstraße. Seit Jahren kümmern wir uns schon für die Stadt um die Blumenkübel am Marktplatz und so bat uns diese, auch zum Schützenfest die Bepflanzung am Ehrenmal vorzunehmen. Zudem ist es so, dass je nachdem wer gerade Schützenkönig ist, natürlich auch Anfragen nach Tannengrün zum Schmücken kommen, das man gerne von uns gestellt bekommen würde. Hinzu kommen auch noch Blumensträuße für die Königin und die Ehrendamen sowie manchmal auch Füllhörner mit Blumen, die vor den Gruppen hergetragen werden.

 

PS: Gibt es bei der Tischdekoration in der Halle etwas besonders zu beachten?

HH: Ja, die Blumen sollten schon das eine oder andere Glas Bier vertragen können, das sie abkriegen, wenn sie montags noch so frisch aussehen sollen wie samstags. Dabei vertrauen wir häufig auf „Flammende Käthchen“. Wir schauen halt auch immer, dass die Tischdekoration den Gegebenheiten angepasst ist. Wir sprechen uns da auch immer mit dem Königshaus ab, dass die farbliche Kombination zu den einzelnen Gruppen passt. Wenn der König zum Bespiel aus einer Marinegruppe kommt, stehen auch blau-weiße Blumengestecke auf den Tischen.

 

PS: „Blumen Heinen“ ist als Familienbetrieb schon seit den 50er Jahren in Wanlo etabliert. Was macht die Philosophie dieses Unternehmens aus?

HH: Wir sind hier über die Generationen hinweg gewachsen. Angefangen hat alles vor über 60 Jahren mit Gemüseanbau, bis sich dann mein Vater auf die Blumen spezialisiert hat. So sind hier über die Jahrzehnte hinweg mehrere Gewächshäuser entstanden und auch in den letzten zehn Jahren konnten wir den Betrieb nochmals um weitere Gewächshäuser erweitern. Was uns von anderen Gärtnereien und Betrieben ein bisschen abgrenzt, ist eben die Philosophie, dass die Leute ihre Blumen dort kaufen können, wo sie wachsen. Bei vielen Versteigerungen fällt schon auf, dass viele andere Betriebe quasi nur auf Importe setzen, wobei es bei uns eben Produktion und Verkauf in einem sind. Das schätzt man auch.

 

PS: Herr Heinen, Sie sind selbst aktiver Bruderschaftler in der Gruppe der Hafenburschen. Worauf dürfen wir uns beim alljährlichen Showprogramm der Gruppe im Rittergut Wildenrath am Kirmesmontag freuen?

HH: Wenn ich das hier schon erzählen würde, wäre ja der ganze Spaß schon vorbei; und Hafenburschen ohne Spaß, das geht nicht. Ich persönlich muss dieses Jahr leider schauen, inwieweit ich an allen Veranstaltungen teilnehmen kann, da der Muttertag genau auf das Schützenfestwochenende fällt und ich hier im Betrieb wohl etwas eingespannt sein werde. Aber den Kirmesmontag lasse ich mir garantiert nicht entgehen.

 

 

Martina Küppers, Küsterin und Mit-Organisatorin des Cafe Jedermann

 

PS: Frau Küppers, was sind Ihre Aufgaben als Küsterin beim Schützenfest?

MK: Zunächst mal die ganzen Vorbereitungen der Messen. Angefangen bei den terminlichen Absprachen, welcher Priester für eine Messe mit der Bruderschaft in Frage kommt, bis zur Organisation von Blumen, die ich bestelle, dem Aufhängen der Fahnen in und an der Kirche oder Schlüsselübergaben, sind es eben die Kleinigkeiten drum herum, die eben auch mit dazu gehören.

 

PS: Am Nachmittag des Kirmesmontags organisieren Sie auch das Cafe Jedermann in der Mehrzweckhalle. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?

MK: Die Bruderschaft hatte mich darauf angesprochen, weil zum Vogelschuss ein eher älteres Publikum in der Halle wäre und es schön wäre, den Leuten auch was Entsprechendes anzubieten bzw. noch mehr Leute anzulocken. Und die Resonanz ist ja auch sehr gut. Wir bekommen einige Kuchenspenden und können darauf vertrauen, dass die Leute, die zum regulären Cafe Jedermann (jeden 1. und 3. Mittwoch im Monat) kommen, auch in der Halle sind. Ohne Kaffee und Kuchen würde sich bestimmt kaum einer den Vogelschuss angucken.

 

PS: Wie kam es überhaupt zum Cafe Jedermann in Wanlo?

MK: Nachdem wir in Wanlo keinen Bäcker mehr hatten, führten wir das Cafe Jedermann mit ein paar älteren Frauen ein, damit alle nochmal ein Stück Kuchen essen gehen konnten. Inzwischen sind hier aber schon mehr Männer als Frauen, die sich hier auch mal ein Bierchen trinken (lacht).

 

PS: Was gibt es im Cafe Jedermann außer Kaffee und Kuchen?

MK: Das ist terminabhängig. Zu Karneval gibt es schon mal Berliner, im Herbst gibt es Federweißen mit Zwiebelkuchen. Zwischendurch bieten wir auch Reibekuchen an und ein großes Weihnachtsessen am Jahresende. Einmal im Jahr machen wir sogar einen Ausflug.

 

PS: Würden Sie Cafe Jedermann als Erfolgsgeschichte bezeichnen?

MK: Ja, das Cafe Jedermann ist eigentlich immer gut besucht. Nur die Zukunftsaussichten bedrücken uns etwas, da noch nicht klar ist, ob wir das Pfarrheim im Zuge des Immobilienmanagements des Bistums weiter nutzen können. Sollten wir es behalten können, bekämen wir von der Pfarre sogar eine neue Küche, die Gelder liegen sogar schon bereit.